Donnerstag, August 17, 2017

TTT am Donnerstag, 17.08.2017



Heute gibt es wieder ein neues Thema von Steffis Bücher-Bloggeria.

10 Bücher, die mit einem "P" beginnen!


Diese 10 Bücher besitze ich teils in Print-teils als E-Book.  Ich wünsche Euch einen schönen Tag. Lasst es Euch gut gehen.



Das neue atemberaubende Fantasy-Epos von Trudi Canavan!

Eine starke Heldin in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt: Helden, Götter und eine verbotene Liebe.

Die magisch begabte Auraya ist auserwählt, eine Priesterin der Weißen zu werden. Doch für diese Ehre muss sie alles hinter sich lassen, was ihr lieb und teuer ist: ihre Heimat, ihre Familie – und Leiard, den Traumweber. Dabei könnte sie gerade seine Hilfe dringend brauchen, als geheimnisvolle schwarze Magier ausschwärmen, die nur ein Ziel zu kennen scheinen: den Untergang des Weißen Ordens …


›Perfect – Willst du die perfekte Welt?‹ ist der zweite Teil der furiosen Dystopie von Bestsellerautorin Cecelia Ahern. Mitreißend und leidenschaftlich erzählt sie, wie die 17-jährige Celestine um die Freiheit kämpft, Fehler machen zu dürfen und aus ihnen zu lernen.
Celestine wurde als „fehlerhaft“ gebrandmarkt, sie gehört nun zu den Menschen zweiter Klasse. Doch statt sich den strikten Regeln des Systems zu unterwerfen, flieht sie. Denn Celestine ist auch ein Symbol der Hoffnung für alle anderen Fehlerhaften.
Gelingt es ihr, den grausamen Richter Crevan zu überführen? Das wäre die Chance auf einen Neuanfang für die Fehlerhaften. Aber gibt es auch für ihre große Liebe eine neue Chance?
Für Celestine geht es um alles – um Gerechtigkeit für sich selbst und alle anderen und um eine lebenswerte Zukunft.
Percy versteht die Welt nicht mehr. Jedes Jahr fliegt er von einer anderen Schule. Ständig passieren ihm seltsame Unfälle. Und jetzt soll er auch noch an dem Tornado schuld sein! Langsam wird ihm klar: Irgendjemand hat es auf ihn abgesehen. 
Als Percy sich mit Hilfe seines Freundes Grover vor einem Minotaurus ins Camp Half-Blood rettet, erfährt er die Wahrheit: Sein Vater ist der Meeresgott Poseidon, Percy also ein Halbgott. Und er hat einen mächtigen Feind: Kronos, den Titanen. 
Die Götter stehen Kopf - und Percy und seine Freunde vor einem unglaublichen Abenteuer ...
Aus einer kleinen und verschlafenen Kleinstadt in der Oberlausitz, wollen zwei Jugendliche ihr bisheriges Leben hinter sich lassen. Unzufrieden mit dem System, beschließen sie die DDR auf illegalem Wege zu verlassen. Über Rumänien, Jugoslawien soll Österreich erreicht werden.
In ihrer Naivität ahnen sie nicht, auf was sie sich einlassen. Sie schwören, dass im Falle eines Scheiterns, die Flucht nicht zugegeben wird, egal was passiert. Doch unmittelbar an der jugoslawischen Grenze endet bereits ihre Flucht. In der Hand der rumänischen Geheimpolizei Securitate erleben sie die denkbar schlimmsten menschlichen Abgründe. Werden sie standhalten? Folter, Erpressung, Vergewaltigung und Scheinerschießung stellen die Freundschaft auf eine harte Probe.
Es folgt eine 10 jährige Odyssee, die 1984 mit der Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland endet. Zuvor muss Jürgen Augst noch einige Hürden nehmen - 18 Monate Straflager, Berufsverbot und zahlreiche Verhöre bei der Stasi. Selbst als er sich in Sicherheit wiegt, schlägt das Schicksal in Form eines Mordanschlages erbarmungslos zu …


Schon immer hat Heidi Wood sich oft und gern um andere gekümmert. Doch als sie eines Tages ein mysteriöses obdachloses Mädchen und deren Baby mit nach Hause bringt, geht sie eindeutig zu weit! Heidis Mann Chris hat Angst um seine Tochter - und um seine Frau. Denn sie beginnt sich zu verändern, scheint immer mehr in den Bann des unbekannten Mädchens zu geraten und sich damit unaufhörlich weiter von ihrer eigenen Familie zu entfernen. 

Wer ist die Fremde? Woher kommt sie? Und was will sie von meiner Familie?

Chris beginnt zu recherchieren und stößt auf ein schreckliches Geheimnis. Aber um seine Frau und seine Tochter zu retten ist es vielleicht schon zu spät …
Holly und Gerry hatten einen einfachen Plan: Sie wollten ihr ganzes Leben zusammenbleiben.
Cecelia Ahern schreibt so tief berührend über Liebe und Trauer und dabei so lebendig über das Glück, wie wir es noch nie gelesen haben.


Alana ist eine Banshee, eine Todesfee der irischen Mythologie. Sie sieht über dem Kopf jedes Menschen eine rückwärts laufende Uhr, die in roten Ziffern die noch verbleibenden Monate, Tage, Stunden und Minuten seiner Lebenszeit anzeigt. Da Banshees in dem Ruf stehen, Unglück zu bringen, bleibt sie lieber für sich. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach, denn Alana kreischt automatisch in bester Banshee-Manier wie eine Sirene los, wenn ihr ein Mensch begegnet, der in den nächsten Tagen sterben wird. Doch dann tauchen in Santa Fe mehrere Leichen auf, die Alana ins Visier des attraktiven Detectives Dylan Shane geraten lassen. Kann sie das Geheimnis der dunklen Sekte lüften, die scheinbar magische Wesen sammelt? Und werden sowohl Detective Shane als auch ihr bester Freund Clay den Kontakt mit Alana überleben?
Ellas Leben war bisher alles andere als leicht, und als ihre Mutter stirbt, muss sie sich auch noch ganz alleine durchschlagen. Bis ein Fremder auftaucht und behauptet, ihr Vormund zu sein: der Milliardär Callum Royal. Aus ihrem ärmlichen Leben kommt Ella in eine Welt voller Luxus. Doch bald merkt sie, dass mit dieser Familie etwas nicht stimmt. Callums fünf Söhne – einer schöner als der andere – verheimlichen etwas und behandeln Ella wie einen Eindringling. Und ausgerechnet der attraktivste von allen, Reed Royal, ist besonders gemein zu ihr. Trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen, denn es knistert gewaltig zwischen ihnen. Und Ella ist klar: Wenn sie ihre Zeit bei den Royals überleben will, muss sie ihre eigenen Regeln aufstellen …
Als die 17-jährige Cat einen alten Kupferreif um den Hals legt, wird sie ohne Vorwarnung in die Vergangenheit gerissen und findet sich im Bamberg des 17. Jahrhunderts wieder, genau zur Zeit der Hexenverbrennungen. Bei ihren Versuchen, einen Weg zurück in ihre Zeit zu finden, lernt sie die sympathische Dorothea und deren attraktiven Bruder Jakob kennen. Zwar gelingt es Cat, wieder in die Gegenwart zu gelangen, aber Dorothea und vor allem Jakob gehen ihr nicht aus dem Kopf. Auch lässt sich der Halsreif nicht lösen und zieht sich immer enger zusammen – Cat droht zu ersticken! Auf ihm liegt ein Fluch, und Cat erkennt, dass sie ihr Leben nur retten kann, wenn sie zurück ins 17. Jahrhundert reist und eine bestimmte Hexe vor dem Scheiterhaufen bewahrt …
Als Finn Gallagher erfährt, dass Penelope Parker mit ihrer Tochter ins beschauliche Städtchen Willow Creek zurückkehrt, ist er wild entschlossen, die attraktive Brünette auf Distanz zu halten. Schließlich brach ihm die Schwester seines besten Freundes einst das Herz. Dennoch lässt der Gedanke an sie seinen Puls in ungeahnte Höhen schnellen.
Finn ahnt nicht, dass Penny ebenfalls triftige Gründe besitzt, ihm aus dem Weg zu gehen.
Obwohl sich beide dagegen wehren, fühlen sie sich magisch voneinander angezogen, und es fällt ihnen schwer, dem verführerischen Knistern zu widerstehen. Ihre aufflammende Leidenschaft zieht jedoch fatale Folgen nach sich. Als sich die Lage dramatisch zuspitzt, gerät nicht nur Pennys Tochter in Lebensgefahr.

Mittwoch, August 16, 2017

Meine Meinung zu "Sieh mich an" von Mareike Krügel

  • € 20,00 [D], € 20,60 [A]
  • Erschienen am 01.08.2017
  • 256 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
  • ISBN: 978-3-492-05855-1












Klappentext: Der erste Tag vom Ende des Lebens - emotional, klug, zum Heulen komisch
Man kann ja nicht einfach sterben, wenn die Dinge noch ungeklärt sind. Das denkt Katharina, seit sie vor Kurzem das Etwas in ihrer Brust entdeckt hat. Niemand weiß davon, und das ist auch gut so. Denn an diesem Wochenende soll ein letztes Mal alles wie immer sein. Und so entrollt sich das Chaos eines ganz normalen Freitags vor ihr. Während sie aber einen abgetrennten Daumen versorgt, ihren brennenden Trockner löscht und sich auf den emotional nicht unbedenklichen Besuch eines Studienfreundes vorbereitet, beginnt ihr Vorsatz zu bröckeln, und sie stellt sich große Fragen: Ist alles so geworden, wie sie wollte? Ihre Musik, ihre Kinder, die Ehe mit dem in letzter Zeit viel zu abwesenden Costas? Als der Tag fast zu Ende ist, beschließt sie, endlich ihr Geheimnis mit jemandem zu teilen, den sie liebt. – Die Heldin in Mareike Krügels rasantem, klugem Roman gehört ganz sicher zu den einnehmendsten Frauengestalten in der deutschen Gegenwartsliteratur.

Meine Meinung

>>Am Ende läufts auf eins hinaus, ob du erstickst oder verhungerst, einmal muss es doch gestorben sein.<< (J.K.A. Musäus, Volksmärchen der Deutschen)

Als erstes möchte ich mal erwähnen, dass dieses Buch ganz anders ist, als ich erwartet habe. Wie im Klappentext erwähnt, möchte Katharina noch einmal ein sorgloses Wochenende haben. Das Etwas in ihrer Brust soll in diesem Zeitraum keine Beachtung finden. Nun möchte man meinen, dass eine Buch, welches von "einem Etwas" in der Brust handelt, sehr traurig ist. Teilweise ist es das auch. Vielmehr setzt sich aber hier der Wortwitz der Autorin durch. Mal erzählt sie aus der Gegenwart, mal aus der Vergangenheit. Aus der Sicht von Katharina.

Besonders deutlich wird hier der Verdrängungsmechanismus. Was keiner weiß, ist auch nicht.
Weder ihrem Mann Costas, noch ihren Kindern oder Freunden, erzählt Katharina von ihrem Etwas, welches sie vor zwei Wochen in ihrer Brust entdeckt hat. Vielmehr läuft in ihrem Kopf ihr vergangenes Leben Revue. Die Gegenwart schildert sie ebenso bildgewaltig. Stress ist der Hauptfaktor in ihrem jetzigen Leben. 

Ihre elfjährige Tochter leidet unter ADHS. Ehrlich gesagt war ich von den Schilderungen der Tochter Helli (Helena) schon gestresst. Das überaktive Mädchen ist wohl liebenswert, aber sehr anstrengend.
Der 17 jährige Alex scheint Katharinas Liebe zur Musik geerbt zu haben. Er möchte Musicalstar werden. Der besonnene Junge ist für seine Mutter wie ein Fels in der Brandung. Einst war es Katharinas Mann Costas. Da dieser aber nun in Berlin arbeitet, führen sie eine Wochenendehe, die mit allerlei Konflikten einhergeht. 
Beruflich ist Katharina nicht ausgefüllt. Sie hat Musikwissenschaft studiert und keine andere Möglichkeit, als in Kindergärten und Schulen zu unterrichten. Ein Kind mit ADHS fordert seinen Tribut. Trotzdem spürt man die grenzenlose Liebe, die Katharina ihrem Sorgenkind entgegenbringt. 
Auf ihre beiden Nachbarn Heinz und Theo kann Katharina jederzeit zählen. Katharina nimmt die Nachbarschaftshilfe auch sehr ernst. Sammelt einen abgetrennten Daumen ein und betreibt erste Hilfe.
Das klingt total schlimm, ist es aber nicht, wenn es mit so einem grenzenlosen Humor geschildert wird. Heinz ist ein Homöopath und stellt selber Globulis her. Glaubt mir, Ihr wollt nicht wissen was er da alles hineingibt. Seine Theorie, jeder Mensch hat ein Lied, finde ich jedoch höchst interessant. Seine Meinung, zur Behandlung von Hellis Krankheit, wirkt auf mich vernünftig.
Mit ihrem Studiumfreund verbringt sie einen feuchtfröhlichen Abend, der bei Katharina den Wunsch wachruft, endlich ihrem Mann von ihrem Etwas zu erzählen. 

Was mir bei Katharina sehr aufgefallen ist, dass sie stets der Meinung ist, nicht zu genügen. Ihr Essen schmeckt nicht. Ihrem Mann gegenüber ist sie zu zickig. Trotz einer to do Liste wird sie den Anforderungen des Alltags nicht gerecht. Das mag zum Teil schon stimmen. Aber das Warum sehe ich in ihrer Kindheit begründet. Sie musste schon als junges Mädchen funktionieren, nachdem ihre Mutter an einem Etwas gestorben ist. Für ihre jüngere Schwester hatte sie stets ein offenes Ohr. Den Haushalt schmiss sie nach ihren Fähigkeiten.

Mein Fazit

Eine emotionale Geschichte, die das "Etwas" nicht beim Namen nennt. Trotzdem spürt man die Ängste von Katharina. Wie ein Schwelbrand lauern sie stets im Hintergrund.
Die Protagonisten sind auf eine liebenswerte Art fast alle schrullig. Der Schreibstil ist flüssig und mit Humor. 
Das Wochenende vor der Wahrheit wird sehr anschaulich beschrieben. So habe ich noch nie einen Roman über "Etwas" gelesen. Daran sieht man, man muss den Dingen nicht immer einen Namen geben. Es reicht sie zu verstehen und akzeptieren.
Ich kannte mal eine Frau, die nannte ihr "Etwas" Benjamin. Klingt doch viel netter. Oder? Uns Leser bleibt am Schluss nur eins: >>Alles Gute Katharina!<<

Danke Mareike Krügel, für diese wunderbare Geschichte.


Mareike Krügel, 1977 in Kiel geboren, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seit 2003 hat sie drei Romane veröffentlicht. Sie lebt bei Schleswig. Mareike Krügel erhielt zahlreiche Stipendien, u.a. in der Villa Decius in Krakau, und ist Mitglied im PEN Deutschland. Im Jahr 2003 bekam sie den Förderpreis der Stadt Hamburg und wurde 2006 mit dem Friedrich-Hebbel-Preis ausgezeichnet.






Dienstag, August 15, 2017

Gemeinsam lesen, 15,08.2017


Was wäre eigentlich der Dienstag ohne unsere lieben Schlunzies? Hier geht es zu Schlunzen-Bücher!


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 2. Wie lautet der 1. Satz auf deiner aktuellen Seite?


Ich beginne heute mit dem Buch. 1. Satz: >>Schon in den ersten Tagen des Grodern von Apres und Ives - habe ich mir die Fähigkeit angeeignet, im Nu wach zu werden.

3. Was willst du unbedingt zu dem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken, Gefühle, Zitate usw.)

Ich beginne heute mit dem Buch.

4.) Gibt es Rezensionen von dir, bei denen sich deine Meinung mittlerweile verändert hat, und die du am liebsten völlig umschreiben würdest?

Nein. Ich finde es sogar interessant, wenn mal seine älteren Rezensionen mal liest. Der Büchergeschmack verändert sich stets, ohne dass man es groß merkt. Ändern würde ich meine alten Rezies niemals. Schreibfehler korrigieren .. ja. Aber ansonsten stehe ich zu allem, was ich im Netzt so schreibe. Das gilt auch für alle Rezensionen. Egal wie bescheuert manche Besprechungen geworden sind. Man kann doch auch mal über den eigenen Mist lächeln .. oder? Meine Meinungen zu einem Buch ändern sich nicht. Und sollte es doch mal passieren, würde ich die alten Rezis aktualisieren.
Genau begründen, warum ich meine Meinung geändert habe. 

Und Ihr so?

Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag. Lasst es Euch gut gehen.




Meine Meinung zu "Kleine Lügen erhalten die Familie" von Katia Weber.

Klappentext: 
Franzi hat drei Kinder und eine Affäre mit ihrem Exmann Michael. Zusammenleben können die beiden nicht mehr, so ganz aufeinander verzichten aber auch nicht. Und das muss ja niemand wissen. Was Franzi hingegen nicht weiß: wer ihr leiblicher Vater ist. Franzis Mutter hat in den siebziger Jahren Villen im Grunewald ausgeraubt. Und bei ihrem letzten Streifzug ein sehr wertvolles Gemälde mitgehen lassen — das jedoch bei ihrem Geliebten blieb. Zufällig findet sie heraus, dass Franzis Vater nun offenbar ganz in der Nähe lebt. Schlimmer noch: Franzi arbeitet für ihn. Und hat keine Ahnung, wer ihr Chef wirklich ist.


Meine Meinung

Na, das ist ja mal eine Familie. Wer in dieser Geschichte auf Ehrlichkeit, anständigen Lebensstil, Treue und Seriosität hofft, der sollte das Buch schleunigst ins Regal zurückstellen. Ich würde es aber nicht tun. Ihr verpasst nämlich dann eine Geschichte, die die Lachmuskeln arg strapaziert. Noch nicht mal der Hund bleibt straffrei ......

Oma Brunhilde ist eine resolute Person, die einige Leichen im Keller versteckt hält. Die, ach so ehrliche Omi, hat als junge Frau einige Einbrüche getätigt. Ihrer älteren Tochter Franzi enthält sie die Wahrheit über ihren leiblichen Vater vor.

Franzi lebt alleine mit ihren drei Kindern. Mit Exmann Michael verbindet sie hin und wieder eine heiße Nacht. Davon weiß natürlich niemand etwas. Klar!

Toni ist der älteste der drei Kinder von Franzi. Der brave Hund Werner versorgt ihn regelmäßig mit Gras. High Toni!

Jana ist Tonis kleine Schwester, die bestimmt mal Detektivin wird. Talent hat sie!

Maria ist das Sandwich-Kind in der Familie. Sie ist mit der heimlichen Liebe von Jana zusammen. Paul! Maria ist in dieser Geschichte eigentlich die Brave. Ich kann mich zumindest gerade an keine Einbrüche, Rauschgifthandel und andere Lügen von ihr erinnern. Sie bleibt etwas blass in der Geschichte. 


Diese rasante Geschichte hat mich gute 250 Seiten bestens unterhalten. Die Kriminalität der Omas und Opas darf man hier nicht auf die Goldwaage legen. Es handelt sich schließlich um eine schräge Komödie.
Der Schreibstil liest sich wie Butter. Es wird jeweils aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt. Mal in der Gegenwart,- mal in der Vergangenheit.
Nichts scheint so zu sein, wie es den Anschein hat. Wer ist der Vater von wem?
Was hat es mit einem wertvollen Gemälde auf sich?
Was war denn Oma Brunhilde früher für ein Früchtchen?
Die Zufälle, wie alle Beteiligten zusammenfinden, sind köstlich.
Hund Werner einfach nur "WOW!"

Es werden aber auch traurige Themen behandelt. Der Verlust von Müttern und gescheiterte Beziehungen. Geständnisse am Sterbebett. All das vermittelt uns die Autorin mit einem lachenden- und einem weinendem Auge.


Mein Fazit

Von Omis kann man viel lernen. Omis erzählen gerne Geschichten von früher. Ok! Stimmt. Omi Brunhilde aber nicht. 
Eine turbulente Komödie mit vielen Protagonisten, die alle über einen enormen Erkennungswert verfügen.
Eine schräge Geschichte, deren Inhalt man nicht auf die Goldwaage legen sollte.
Seid der Geschichte gegenüber aufgeschlossen! Wer weiß, vielleicht gibt Euch Oma Brunhilde die Hälfte ihrer Beute ab?! Vorausgesetzt ihr haltet dicht. Erzählt es auch später Euren Enkelkindern nicht. Denn ist die Wahrheit erst mal raus, ist auch diese Geschichte aus.

                                                         

                                                         AUS!!!




Danke Katia Weber. :-)




Meine Meinung zu "Marthas Widerstand" von Kerry Drewery

Klappentext: Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in eine kleinere Zelle verlegt wird. Die siebte und letzte Zelle ist klaustrophobisch klein, und genauso klein sind Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will ...
Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert. Um dem Volk zu zeigen, dass es nicht in einer perfekten Demokratie lebt, sondern von den Machthabern perfide manipuliert wird? Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem viel mehr als ein einzelnes Menschenleben auf dem Spiel steht ...

Ist Martha schuld- oder unschuldig? BITTE VOTEN! Bastei-Luebbe-Verlag

Meine Meinung

Durch das Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Der Klappentext hat mir dann keine Wahl mehr gelassen. Ich musste es lesen!

Martha ist ein 16 jähriges Mädchen, mit wahnsinnig viel Courage. Die Polizei erwischt sie am Boden sitzend mit einer Pistole. >>Ich habe ihn umgebracht!<< Nicht einmal die Aussicht auf ihre eigene Hinrichtung hält sie von ihrem Plan ab. Ihr Plan ist der Welt zu zeigen, in welch einer verlogenen Demokratie die Menschheit lebt. Eine Demokratie, die eigentlich nur dazu da ist, ein spannendes Fernsehprogramm anzubieten. Richter sind überflüssig geworden. Die Bevölkerung entscheidet per Voten, ob jemand schuldig- oder unschuldig ist. Jedoch sind die Anrufe sehr teuer. Es gibt sehr viele arme Leute, die nicht mitmachen können. 

Die Öffentlichkeit ist sehr aufgebracht. Das Todesopfer ist kein anderer als der Medienliebling Jackson Paige. Jackson ist ein Wohltäter. Jackson war selber einmal arm. Jackson hat die Sympathie aller Menschen.
Martha ist nun in der Öffentlichkeit verhasst. Martha ist arm. Martha ist eine Waise. Martha hat Jackson umgebracht. Martha war nicht allein am Tatort. Man will ihren Tod!

Martha ist ein junges Mädchen, das im Todestrakt gelandet ist. 7 Tage muss sie auf ihr Urteil warten. Jeden Tag kommt sie in eine andere, kleinere Zelle. Sie lässt den Leser an ihrer Gedankenwelt teilnehmen. Ich war mir oft nicht sicher, ob Martha halluziniert. Die Psychologin Eve soll ihr, in den eventuell letzten Tagen, beistehen. 

Der Schreibstil ist locker und fesselnd. Die Autorin bedient sich stellenweise an Dialekten, um Klassenunterschiede und andere Staatsangehörigkeiten, hervorzuheben. Die Geschichte wird aus der Sicht von Martha erzählt. Mal in der Gegenwart-mal in der Vergangenheit. Das hat mir gut gefallen. Man lernt das Mädchen dadurch sehr gut kennen. Die Handlung lässt keine Langeweile aufkommen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass Martha den Mord begangen hat. Irgendwie war mir das zu einfach. Wer ist die Person auf dem Zeitungsbild, die bei genaueren Hinsehen zu sehen ist? Warum lässt ein so junges Mädchen jegliche Gegenwehr vermissen?
Das sind nicht die einzigen Fragen die ich mir gestellt habe. 
Total bestürzt war ich von der gesamten Bevölkerung. Gemütlich auf dem Sofa sitzend schauen sie mit Begeisterung die Talksendung "Death is Justice!" In dieser Sendung wird über Menschen im Todestrakt diskutiert. Gästen, die etwas zugunsten der Verurteilten zu sagen haben, wird ins Wort gefallen. Der Ton leiser gedreht.
Per Telefon wird gevotet. Gelangweilte Menschen können so ihrem Leben ein bisschen Action verpassen. Wer Geld hat kann immer wieder anrufen. Wer kein Geld hat, ist nicht in der Lage dazu.

Ich habe mich oft gefragt, wie Menschen, die selber Eltern sind, sich wie Voyeure benehmen können und mit Genuss den Leidensweg von Martha beobachten.
Ist mit den einstigen Gesetzen auch jegliches Mitgefühl gestorben? Denkt denn keiner daran, dass jeder in diese Situation kommen könnte? Kann man von einer Welt, in der Fernsehzuschauer über Leben und Tod entscheiden, Gerechtigkeit erwarten? Das Ganze hat mich sehr an "Big Brother" erinnert. Diese Sendung erfreute sich großer Beliebtheit. Menschen Tag und Nacht beobachten, die für eine bestimmte Zeit in einem Container leben. Ich entdecke da schon Ähnlichkeiten. 
Das Voten erinnert mich wiederum an so Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar"! Die Spannung in der 7. Zelle ist kaum auszuhalten. Bitte voten sie jetzt!!! 

Mein Fazit

Ich habe dieses Jugendbuch an zwei Abenden ausgelesen. Die Spannung beginnt mit dem Prolog und endet erst mit der letzten Silbe. Sieben Tage voll Hoffen und Bangen.
Manches konnte ich voraussehen. Vieles überraschte mich. Das Ende ist traurig und ganz anders, als meine Vermutungen.
Für mich ist es eine Dystopie, deren Handlung gar nicht mal so weit weg von der Wahrheit ist. Geld regiert doch schon immer die Welt. Menschen, die sich am Leid anderer ergötzen, gab es auch schon immer. Katastrophal wird das Ganze jedoch, wenn genau diese Menschen über Leben und Tod entscheiden dürfen.
Eine sensationsgeile Welt, die von den Medien beherrscht wird und arme Menschen jeglicher Möglichkeiten beraubt werden. 

Ein Jugendbuch das zeigt, was in der Zukunft für Gesetze herrschen könnten. Nämlich gar keine!!! BITTE VOTEN!

Danke Kerry Drewery. Ich freue mich auf eine Fortsetzung.

Kerry Drewery ist Autorin für Kinder- und Jugendbücher. Zelle 7 ist der erste ihrer Titel, der auf Deutsch übersetzt wird. Die Geschichte über ein Justizsystem, das ad absurdum geführt wurde und eine Gesellschaft, in der eine Fernsehshow über die Urteile für Straftäter entscheidet, wird in einem zweiten Band (Seven Days) fortgesetzt, der voraussichtlich 2018 ebenfalls im ONE-Programm erscheint.











Montag, August 14, 2017

Montaggsfrage, 14.08.2017



Heute ist doch schon tatsächlich wieder Montag! Wo ist das Wochenende geblieben? Das Buchfresserchen hat wieder eine Frage für uns.

Heutige Frage: Welche Bücher hast du zuletzt aussortiert?

Ich habe vor einigen Wochen ca. 200 Bücher in die Diakonie gegeben. Überwiegend Flohmarktkäufe. Fragt mich bitte nicht, was da alles dabei war war.
Ich habe sie nach dem Ausortieren sofort weggefahren. Hätte ja sein können, dass das eine oder andere Buch doch wieder in meinen Regalen gelandet wäre ......

Ich wünsche Euch eine schöne Woche. Lasst es Euch gut gehen.

Sonntag, August 13, 2017

Sonntags bei Gisela und Manuela! Wir bauen Euren SuB ab!



Jeden Sonntag stellen die Manuela und ich drei Bücher aus unserem SuB vor. Manuela wählt für mich-ich für Manuela, welches Buch davon befreit wird. Hier geht es zu Manuela von Mamenus Buecher. Ihr dürft gerne mitmachen. Wenn Ihr keine Sonntagspartnerin habt, entscheiden wir für Euch.

Na, Manuela? Ich hab da so eine Ahnung, für welches Buch du dich entscheiden wirst.
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag. Lasst es Euch gut gehen.




Folge den Spuren im Sand …
Als Jacob sich von seiner Mutter Sarah verabschiedet, um zu einer Strandparty zu gehen, ist alles wie immer. Am nächsten Morgen ist nichts mehr, wie es war: Jacob ist verschwunden. Vor genau sieben Jahren verschwand auch Marley an diesem Strand, der Sohn von Sarahs bester Freundin Isla. Später wurde er tot geborgen. Verzweifelt sucht Sarah nach Spuren und stößt dabei auf viele Fragen: Wo war ihr Mann in der Nacht, als Jacob verschwand? Warum sind Jacobs Klamotten in Islas Haus? Und was verschweigt der Fischer, der damals Marleys Leiche fand? Stück für Stück setzt sich ein Bild der Ereignisse zusammen, das Sarah dazu zwingt, sich endlich einer Wahrheit zu stellen, vor der sie so viele Jahre lang die Augen verschlossen hat.


Dein Schicksal ist ein Buch, das du selbst schreibst! Das Leben von Amrita, 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, ändert sich auf einen Schlag, als der Despot Sikander Shalingar erobert. Gemeinsam mit der Sklavin und Seherin Thala gelingt Amrita die Flucht und beide machen sich auf den Weg, die »Bibliothek aller Dinge« zu finden, um das Schicksal der Welt zu ändern und schließlich zurück in die Vergangenheit zu reisen: an den Punkt, wo das Unheil begann. Doch was, wenn der einzige Weg, ihren Vater und ihr Land zu retten, bedeutet, dass Amrita sich selbst und ihre große Liebe opfern muss?
Opulent, außergewöhnlich atmosphärisch, erzählt in ungemein detailreicher, bildhafter Sprache: AMRITA ist literarische Fantasy mit starken, unabhängigen und klugen Heldinnen.


Sam ist ein Dieb - aber mit einer List gelingt es ihm trotzdem, in die Palastwache von Mythia aufgenommen zu werden. Er träumt von einem neuen Leben, von großen Aufgaben. Vielleicht wird er gar als Wache des Weißen Königs eingesetzt? Doch statt des Königs soll er nur alte, staubige Bücher bewachen, in der riesigen Bibliothek unterhalb der Stadt. Wie langweilig! Sam kann nicht mal lesen. Bald jedoch erfährt er am eigenen Leib, dass die hallenden Bücherschluchten ebenso gefährliche wie fantastische Geheimnisse bergen ...


Samstag, August 12, 2017

Giselas Samstagsfragen, 12.08.2017.Mitmachaktion!


Bei dieser Aktion kann jeder mitmachen. Ihr dürft den Banner auf Eurem Blog benutzen. Gerne dürft Ihr bei den Kommentaren ein Link von eurem Beitrag hinterlassen.

 Konnte Euch schon mal ein Buch in einer Krise Trost spenden?


Ja. Zwei Frauen. Nachdem meine Mutter an Krebs erkrankt war, haben ich dieses Buch mehrere Male erneut gelesen. Zusammen haben wir den Film angesehen. Diese Geschichte zeigt, wie eine Frau vom Krebs besiegt wird; die andere den Krebs besiegt. Meiner Meinung nach das beste Buch in diesem Genre. Zwei Frauen, wie sie verschiedener nicht sein könnten, mit einem gemeinsamen Schicksal. Für dieses Buch habe ich bisher die meisten Taschentücher gebraucht.

Es gibt viele Bücher, die Trost spenden. Dieses ist mir als erstes eingefallen.




Welches Buch konnte Euch Trost spenden?

Ich wünsche Euch einen schönen Tag. Lasst es Euch gut gehen.

Donnerstag, August 10, 2017

Meine Meinung zu"Das Ministerium des äußersten Glücks" von Arundhati Roy


Klappentext: Arundhati Roy, die Autorin des Weltbestsellers »Der Gott der kleinen Dinge«, kehrt zurück! Ihr lange herbeigesehnter Roman »Das Ministerium des äußersten Glücks« führt uns an den unwahrscheinlichsten Ort, um das Glück zu finden. Eine Reihe ausgestoßener Helden ist hier mit ihrem Schicksal konfrontiert, aber sie finden eine Gemeinschaft, sie bilden eine Familie der besonderen Art. 

Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine 5-jährige Tochter über die vielen Menschen, die zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im ersten Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Jannat Guest House umarmen sich im Schlaf fest zwei Menschen, als hätten sie sich eben erst getroffen – dabei kennen sie einander schon ein Leben lang. 

Voller Inspiration, Gefühl und Überraschungen beweist der Roman auf jeder Seite Arundhati Roys Kunst. Erzählt mit einem Flüstern, einem Schrei, mit Freudentränen und manchmal mit einem bitteren Lachen ist dieser Roman zugleich Liebeserklärung wie Provokation: eine Hymne auf das Leben.

Wollt ihr nach Indien? Wollt ihr weitere Infos zum Buch? Hier lang: Fischerverlage

Meine Meinung

Diese facettereiche Geschichte entführt uns in ein Indien, dessen Hintergrund ich so noch nicht kennengelernt habe. Die Intensität, mit der die Autorin verschiedene Themen behandelt hat, bringen einem Land und Leute ein ganzes Stück näher. 
Im Focus steht erst mal Aftab. Er ist als Zwitter zur Welt gekommen. Der Weg, zu seiner wahren Identität, ist weit und steinig. Eine Operation und Medikamente helfen ihm, sein Denken und Fühlen als Frau auszuleben. Nun ist sie Anjum, eine bezaubernde Person, die ich zu schätzen gelernt habe. Anjum ist eine Frau, die für jeden Menschen ein offenes Ohr hat. Ihr käme niemals der Gedanke, einen Menschen abzuweisen. Sie verlässt ihr Elternhaus und zieht in ein Kwabgah, um mit anderen Hijras zu leben. Nach ein paar Jahren merkt sie, dass sie einen neuen Weg einschlagen muss und zieht auf einen Friedhof. Die dort entstandenen Geschäfts- und Wohnideen haben mich erstaunt und zum Schmunzeln gebracht. Das wäre bei uns undenkbar.

Die Passagen rund um den Friedhof haben mich erstaunt. Ich mag Friedhöfe gern; möchte jedoch auf keinem leben. Ich finde den Gedanken gruselig, mit den Verstorbenen unter einem Dach zu wohnen. Die Gemeinschaften, die dort entstanden sind, haben jedoch etwas familiäres. Ein Zufluchtsort für viele Menschen, die anders sind. Skurrile Persönlichkeiten und Kämpfer integrieren sich ab dem 2. Kapitel immer mehr in das Geschehen.

Politische Konflikte kommen in Roys Werk groß zu tragen. Das Jantar Mantar in Delhi ist ein Komplex, wo  Menschen für ihren Glauben- und politischen Überzeugungen, eintreten. Hier begegnet dem Leser viel Fanatismus. Dies jedoch nicht immer im negativen Sinne. Hungerstreiks und rohe Gewalt sind an der Tagesordnung. Gut durchdachte Pläne, verbessern jedoch wiederum das Leben des einen- oder anderen und lassen Freundschaften entstehen. 
Ich habe ja schon viel in den Medien über die Unruhen in Indien und dem Orient gehört/gelesen. In dieser Geschichte war es für mich jedoch etwas Anderes. Ich habe die Menschen persönlich kennengelernt. Habe die Ungerechtigkeiten hautnah miterlebt, welchen sie dort ausgesetzt waren. Habe mir Sorgen um ein Baby gemacht, welches mitten in diesem Trubel ausgesetzt wurde. Die verschiedenen Kasten in Indien erlauben nicht jedem Menschen ein würdiges Leben zu führen. 

Teilweise bedient sich die Autorin einer sehr derben Ausdrucksweise. Ich empfand das nicht als störend, da diese Fäkalien-Ausdrücke stets die momentane Situation exakt wiederspiegelten. 
Die Brutalität des Terrors brachte mich oft an meine Grenzen. Der Gedanke, dass dies tagtäglich im wahren Leben der Fall ist, lässt einem kalte Schauer über den Rücken laufen. Das Sterben der Krähen im Prolog wurde sehr beeindruckend geschildert. Raffiniert bringt die Autorin damit Umweltprobleme zur Sprache. Vor allem den falschen Umgang, den wir mit Tieren haben. Unser Konsumverhalten wird uns vor Augen geführt. 
Die Bezeichnungen vieler indischer Namen und Orte haben meinen Lesefluß oftmals erheblich gestört. Ich habe nach dem ersten Kapitel gemerkt, dass "Das Ministerium des äußersten Glücks" kein Buch zum schnell lesen ist. Die vielen Namen und Begebenheiten fordern vollste Konzentration. Mit jedem Kapitel fügen sich die Ereignisse immer mehr zu einem Ganzen zusammen.
Auch für hintergründigen Humor hat die Autorin einen Platz eingeräumt. Ich musste bei einigen Szenen lachen. Mein Kopfkino war gute 500 Seiten voll aktiviert.


Mein Fazit

Arundhati Roy hat ein Buch geschrieben, das man nicht schnell mal weg liest. Es will Wort für Wort gelesen und verstanden werden. Es handelt sich um Geschehnisse, deren Wahrheitsgehalt einem Geschichtsbuch alle Ehre machen. Ich habe sämtliche Orte und Begebenheiten nachgeschlagen. 
Das Ganze hat sie mit Schicksalen verwoben, die uns hautnah Ängste, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Gewalt miterleben lassen. Doch auch Liebe, Freundschaft  und  die Bereitschaft, selbst aktiv zu werden. Familientragödien und Geheimnisse verpassen der Story zusätzlich Spannung. Einen besonderen Einblick bekommen wir von den Hijras und ihren Platz in der Gesellschaft. Wunderbare Landschaften und Gebäude vermitteln einem ein Bild von Tausendundeine Nacht. Leider hinderten mich verschiedene religiöse Konflikte und politische Unruhen daran, dieses märchenhafte Bild aufrecht zu erhalten. Kaschmir steht im Mittelpunkt der Ereignisse. 
Arundhati holt den Leser ab und begibt sich mit ihm auf eine abenteuerliche Reise. Der Schreibstil mutet stellenweise poetisch an. Wunderbare Zitate erhöhen den Lese-Genuss. Vulgäre Ausdrücke haben ihre Berechtigung. Das wunderschöne Cover passt hervorragend zur Geschichte. Ich muss mich nun von vielen wunderbaren Menschen verabschieden. Aber, ich komme wieder. Ich werde das Buch nochmal lesen. 


Eine Empfehlung von mir an alle, die Indien kennen- oder kennenlernen möchten. 



Meine Lieblingszitate



>>Er, ein Revolutionär, gefangen im Geist eines Buchhalters. Sie, eine Frau, gefangen im Körper eines Mannes.<< (Seite 160) 

>>Sie schmiegte sich an ihn an.: >>Wab! Was für ein Mann.<< Er drückte ihr Brust. Sie schlug ihm auf die Hand. >>Nicht. Sie kosten ein Vermögen. Ich zahle immer noch die Raten ab.<< (Seite 179)

 >>Ich schwöre beim Leben meiner Kinder - sie reiten auf einem Pferd davon. Zwei Freaks mit einem Sack voller Plüschtiere, die auf einem verdammten weißen Pferd in den Nebel davonreiten.<< (Seite 264) 





Danke Arundhati Roy

Mein Dank geht an LovelyBooks und Fischer-Verlage,  für das Rezensionexemplar. 
Die Leserunde hat sehr viel Spaß gemacht.



Arundhati Roy wurde 1959 geboren, wuchs in Kerala auf und lebt in Neu-Delhi. Den internationalen Durchbruch schaffte sie mit ihrem Debüt »Der Gott der kleinen Dinge«, für das sie 1997 den Booker Prize erhielt. Aus der Weltliteratur der Gegenwart ist er nicht mehr wegzudenken. In den letzten zehn Jahren widmete sie sich außer ihrem politischen und humanitären Engagement vor allem ihrem zweiten Roman »Das Ministerium des äußersten Glücks«. Der Roman steht auf der longlist des Man Booker Prize 2017.